Mastodon-Tröts mit Nikola einbetten

Beim Lesen des Artikels Mastodon Embed Shortcode for hugo dachte ich neidisch 'Wir Nikola-Nutzer könnten sowas auch gebrauchen'. Im Nikola-Handbuch gibt man freimütig zu, dieses Feature sowieso von Hugo entlehnt zu haben, wie kompliziert kann es also sein?

Hier sind drei Arten, mit reStructuredText Tröts in eine Nikola-Seite einzubinden.

Die raw-Directive

Diese Directive ermöglicht es, Inhalt ohne Verarbeitung an die Ausgabe weiterzureichen, siehe auch reStructuredText Directives documentation.

raw.txt (Source)

.. raw:: html

    <iframe src="https://mastodon.social/@kevingimbel/100745593232538751/embed" class="mastodon-embed" style="max-width: 100%; border: 0" width="600" height="333"</iframe>

Der raw-Shortcode

Dieser Shortcode ist standardmäßig verfügbar. Er funktioniert genau wie die Directive, der Inhalt muss nur zwischen Shortcode-Tags platziert werden.

raw.txt (Source)

{{% raw %}}
<iframe src="https://mastodon.social/@kevingimbel/100745593232538751/embed" class="mastodon-embed" style="max-width: 100%; border: 0" width="600" height="333"</iframe>
{{% /raw %}}

Mach dir deinen eigenen Shortcode

Mittels vorlagenbasierten Shortcodes kann man einfach individuelle Shortcodes erstellen. es>`_.

Dafür muss man eine Vorlage namens your_shortcode_name.tmpl erstellen und im shortcodes-Ordner der Nikola-Seite speichern. Wenn noch keine eigenen Shortcodes verwendet werden, muss der Ordner höchstwahrscheinlich noch angelegt werden.

Abhängig von der verwendeten Template-Engine, die das aktuell verwendete Theme nutzt muss der Shortcode in Jinja2 oder Mako geschrieben werden:

Der Shortcode kann nun wie ursprünglich genutzt werden, es muss ein Link zum Status angegeben werden, optional noch Höhe und/oder Breite des Elements.

raw.txt (Source)

{{% mastodon status=https://mastodon.social/@kevingimbel/100745593232538751 %}}
{{% mastodon status=https://mastodon.social/@kevingimbel/100745593232538751 width=300 height=600 %}}

Diese Lösungen funktionieren für mich. Falls nicht, wird die Nutzung der Shortcole-Role empfohlen (siehe Handbuch):

raw.txt (Source)

:sc:`{{% mastodon status=https://mastodon.social/@kevingimbel/100745593232538751 %}}`

tfbrief - LaTeX-Briefvorlage

Manche raunen, Briefe mit LaTeX zu verfassen, wäre mit Kanonen auf Spatzen zu feuern. Die kennen die Dokumentenklasse tfbrief nicht.

tfbrief fiel mir einst vor Jahren zu und begeistert ob seiner Einfachheit nutzte ich es eifrig und verbreitete es fleißig unter Interessierten. Die Originalquelle ist inzwischen versiegt, doch ich konnte eine einsame Kopie auf GitHub ausfindig machen. Dabei stellte ich fest, dass die Dokumentenklasse quasi unverändert und weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit existierte.

Meine Änderungen:
  • obsoleten Code entfernen (fixltx2e package, tocityshort-Attribut)
  • die Option german lädt ngerman, wenn babel geladen wird
  • Typos (v.a. der Kommafehler in Abschlussformel (im Deutschen nicht vorhanden))
  • Betreffzeile serifenlos
  • eine weitere Beispieldatei
  • PDF-Outputs der Beispiele
  • ausführliche Dokumentation

Link zum Repository: GitHub: andre-lehnert/latex-letter

GTK+-Anwendung mit setuptools packen

Der einzige Zweck dieser Seite besteht darin, die Links in meiner setup.py zu entfernen.

Abhängigkeiten

from setuptools import setup

REQUIRED = ["PyGObject", ...]

setup(
    ...
    install_requires=REQUIRED,
    ...
    )

Angabe des PyPI-Paketnamens, bei GTK+-Pythonprogrammen also mindestens die entsprechenden Bindings, da sonst import gi scheitert.

Nicht Python-Paketdateien

from setuptools import setup

PACKAGES = ["my_package"]
PACKAGE_DIR = {"my_package": "my_package_dir"}
PACKAGE_DATA = {"my_package": ["ui/*", "logging.yaml"]}

setup(
    ...
    packages=PACKAGES,
    package_dir=PACKAGE_DIR,
    package_data=PACKAGE_DATA,
    ...
    )

Das Paket "my_package" wird aus dem Verzeichnis "my_package_dir" im Verzeichnis "my_package" gepackt.

Die Dateien, die keinen Python-Code enthalten, also etwa Glade-Dateien, werden als Liste in package_data übergeben. Im Beispiel werden alle Dateien im Unterverzeichnis "ui" sowie die Datei "logging.yaml" ins Paket integriert.

Desktop-Dateien

Der Speicherort von .desktop-Dateien und Icons richtet sich nach den Freedesktop-Spezifikationen. .desktop-Dateien befinden sich zum Beispiel in den Verzeichnissen

/usr/share/applications
/usr/local/share/applications
~/.local/share/applications

Während der Ausführung von install wird das Präfix ermittelt, es ist also nur die Angabe des relativen Pfads in der data_files-Option notwendig. Gleiches gilt für Icons.

from setuptools import setup

rel_app_path = "share/applications"
rel_icon_path = "share/icons/hicolor/scalable/apps"

DATAFILES = [
            (destination_dir, ["list", "of", "files"]),
            (rel_app_path, ["my_app.desktop"]),
            (rel_icon_path, ["my_appicon.svg"]),
            ]

setup(
    ...
    data_files=DATAFILES,
    ...
    )

Dieser Schritt kopiert nur die Dateien in die entsprechenden Zielverzeichnisse. Die korrekten Pfadangaben IN der .desktop-Datei werden durch eine eigene Funktion innerhalb des Install-Kommandos angepasst.

Bestehendes Kommando anpassen

Die .desktop-Datei enthält Pfadangaben zur auszuführenden Datei sowie zum dazugehörigen Icon. Da das Zielverzeichnis der Installation nicht vorhersehbar ist, müssen diese Pfade während der Installation an die Gegebenheiten angepasst werden.

Um eigene Funktionen in bestehende Kommandos auszuführen, muss man eine eigene Instanz der entsprechenden Klasse (install, build, bdist etc.) generieren und die "run"-Funktion anpassen.

Setuptools wird dann mit der Option cmd_class auf diese eigene Klasse übergeben.

from setuptools import setup
from setuptools.command.install import install

class CustomInstall(install):

    def run(self):
        self.my_function(args, go, here)
        install.run(self)

    def my_function(self, *args):
        try:
            do_some_shit()
        except:
            pass

setup(
    ...
    cmdclass={"install": CustomInstall}
    ...
    )

Eine Liste mit verfügbaren Kommandos erhält man durch

$ python setup.py --help-commands

Neues Kommando erstellen

Es ist einfach möglich, eigene Kommandos mit setuptools zu erzeugen. Möchte man beispielsweise die zuvor installierten Dateien, also das Python-Paket und die Desktop-Dateien, loswerden, muss dies manuell erfolgen. Dafür bietet es sich an, ein Uninstall-Kommando zu erstellen.

from setuptools import setup, Command

class UnInstall(Command):

    description = "description shown by setup.py --help-commands"
    user_options = [("myoption",
                     "m",
                     "myoption description shown by setup.py cmd --help")]

    def initialize_options(self):
        # method must exist
        # define all options with default value
        self.myoption = None

    def finalize_options(self):
        # method must exist
        pass

    def run(self):
        # method must exist
        # code to be executed goes here
        print("This is a custom command.")

setup(
    ...
    cmdclass={"uninstall": UnInstall}
    ...
    )

NoN: jetzt noch toller

Knights of Ni - sag niemals nie

Nach den kürzlichen Änderungen an der Oberfläche gibt es nun erfreuliche Fortschritte darunter zu vermelden.

Neuigkeiten

  1. Man kann NoN jetzt richtig (mit Hilfe von setuptools) installieren und deinstallieren.
  2. Vom Programm generierte Dateien werden nun wie üblich im eigenen Verzeichnis im Homeverzeichnis gespeichert.
  3. Der Programmablauf wurde beschleunigt und die Dateizugriffe massiv reduziert, indem die Posts-/Pages-Informationen für den wiederholten Abruf geparst und in einer JSON-Datei abgelegt werden.

Installation via setuptools

Bei der Installation via setuptools werden sowohl das Programm inklusive der UI als auch ein Desktopeintrag installiert. Nach der Installation lässt sich das Programm in GNOME also bequem über [super] + [n] (... [o] ... [n]) + [enter] starten.

Um dies alles auch wieder loszuwerden, gibt es ein zusätzliches uninstall-Kommando. Beide Kommandos sind mit der Option --user möglich:

# (De-/)Installation im lokalen Nutzerverzeichnis
$ python setup.py install --user
$ python setup.py uninstall --user

# systemweite (De-/)Installation
$ sudo python setup.py install
$ sudo python setup.py uninstall

Dateistruktur

Die Nutzerdaten liegen jetzt in ~/.non. Dort befinden sich

  1. die Konfigurationsdatei config.yaml, in der der Pfad zur aktuellen/letzten Nikola-Seite und die Bookmarks gespeichert sind,
  2. die Logdatei non.log sowie
  3. die geparsten Daten der aufgerufenen Nikola-Seiten jeweils als JSON-Datei.

Speicherung von (Meta-)Daten

Für die Anzeige im TreeStore wurden die Daten bisher sowieso intern als Dictionary gespeichert. Das Ineffiziente daran war allerdings, dass die Daten bei jedem Refresh immer neu abgerufen wurden. Dies ist nicht notwendig und mit zunehmender Größe der Seite auch sehr zäh.

Die Lösung bestand also darin, die Daten des Dictionary zum einen für den späteren Gebrauch in einer Datei zu speichern und zum anderen es nur durch eine Update-Funktion auf aktualisierte Inhalte zu überprüfen.

Auf diese Weise werden beim ersten Aufruf einer Nikola-Konfiguration alle Posts/Pages, Tags und Kategorien oder bei erneutem Aufruf die Daten aus der entsprechenden JSON-Datei eingelesen. Die Aktualisierung erfolgt über den Abgleich der letzten Dateimodifikation. Die JSON-Datei wird beim Wechsel in eine andere Nikola-Seite (z.B. über ein Bookmark) oder bei Programmende gespeichert.

Verloren im Kaninchenbau von Google Takeout

Mach Backups deiner Daten. Habensegesagt. Aller Daten. Habensegesagt. Und dann kam Google Takeout

/images/import_gplus_post.png

G+-Post-Ansicht von Takeout

Die 4, die 20 und Google+, alles zum Mitnehmen

Takeout nennt sich Googles Archivsystem für allerlei Produkte aus dem Hause Alpha. Das Primärziel bestand darin, ein Archiv meiner Google+-Aktivitäten herunterzuladen.

Dies gestaltete sich zunächst recht einfach: das Archiv (bzw. (je nach Größe) die Archive) wird erstellt. Bei Fertigstellung erhält man eine Nachricht mit Downloadlink. Das Archiv verfällt nach einer Woche, aber man kann jederzeit neue erstellen.

Lektion 1
Wähle als Dateiformat zip, tgz könnte Encoding-Probleme mit Umlauten haben (Dies ist keine Übung!).

Ich erinnerte mich dunkel daran, dass ein Import-Plugin für Nikola existierte und malte mir aus, das Archiv einfach dort abzuwerfen und eine halbwegs nutzbare lokale Seite gebaut zu bekommen. Der geneigte Leser wird bereits an dieser Stelle mutmaßen, dass dieser Ansatz nicht funktionierte.

Geschenke auspacken

Nach ersten Untersuchungen zeigen sich folgende Fakten:

  1. Alle G+-Beiträge befinden sich in Stream in Google+/Beiträge als HTML-Dateien. Diese sehen zunächst brauchbar aus.
  2. Enthaltene Bildverweise geben nur den Dateinamen an, der fehlende Dateipfad lädt demzufolgge nur Bilder im selben Verzeichnis, aber
  3. Bilder befinden sich in diversen Unterverzeichnissen, sowohl in Beiträge als auch in Fotos und deren Unterverzeichnissen. Die Mehrheit befindet sich in Fotos von Beiträgen, dort jeweils in Datumsunterverzeichnisse einsortiert.
  4. Ein Datumsformat ist so gut wie jedes andere und so findet man dort in friedlicher Koexistenz Dinge wie:
Fotos von Beiträgen/
 ├── 02.06.14
 ├── 02.06.16
 ├── 22. Juli 2013
 ├── 23.01.17
 ├── 2011-08-14
 └── 2012-03-13
  1. Fotos haben eine dazugehörige JSON-Datei, HTML-Dateien nicht.
  2. Die Inspektion der HTML-Dateien ergibt eine übersichtliche Struktur mit Klassenangabe.
/images/import_gplus_inspector.thumbnail.png

Dumdidumdumdum...Inspektor Gadget

Lektion 2
Beiträge lassen sich nur einzeln aufrufen, es gibt jede Menge Deadlinks bei Bilderposts, aber immerhin sieht man den Verteilungstatus (öffentlich, Sammlung, Community), +1, Reshares und Kommentare.

Auftritt: Nikola

Mit leicht getrübten Erwartungen installiere ich das Import-Plugin für Nikola und lege los. Es passt gar nichts. Angeblich stehen die Beiträge auch als JSON zur Verfügung. Das war bestimmt auch einst so, jetzt nicht mehr.

Ich hangele mich an den Dateien entlang, importiere zunächst die HTML-Dateien. Das Import-Plugin erstellt grundsätzlich eine neue Nikola-Seite, so dass man hier nach Gusto wüten kann. Dann kümmere ich mich um die Deadlinks. Dann die Titel - ich bin wie im Rausch: mit jedem Build wird es besser.

Das Ergebnis ist eine statische Webseite meines Google+-Streams inklusive Plussen und Kommentaren. Man kommt von den Beiträgen immer zum Originalbeitrag.

Eyecandy

Grundsätzlich funktioniert der Import themenunabhängig. hyde liefert ein schönes Ergebnis, etwas nachgeholfen wird mit der custom.css.

Wünsch dir was

  • eine lokale Suchfunktion wäre schön
  • gefilterte Anzeige je nach Verteilungsstatus

Achtung!

Plant man ein öffentlich einsehbares Backup des Streams, ist zu beachten, dass der Import auch private Beiträge enthält.

Fazit

Als langjähriger Google+-Nutzer ist man auf Inkonsistenzen und Verschlimmbesserungen konditioniert, da kommt Takeout als Sparringspartner nur gelegen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Plugin-Version den Weg jedes Google-Messengers gehen wird.

/images/takeout_gplus_slow.gif

Resultat der Nikola-generierten Seite mit hyde-Thema

Wer sich zu fein ist, das jetzt selbst zu machen, hier:

Weiterlesen…