Love Boat - The Real Story. Bye Trondheim

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Tag 12. Trondheim

Da mein Strava-Spaziergang dann doch optisch nicht so der Brüller war (wir waren einfach zu schnell), wollte ich das heute während des Liegens im Hafen mit einer Laufrunde nachholen. Doch ich hatte die Rechnung ohne die gesperrten Decks gemacht. Gut, dann schaue ich mir eben das triste Trondheimer Hafengelände an, macht ja auch nichts.

Souvenirjagd

Nach dem Frühstück geht es erneut in die Stadt. Ich drehe noch eine große Runde auch hoch zur Kristiansten festning, von der aus man angeblich einen großartigen Blick auf die vorgelagerte Insel Munkholmen mit seinem ehemaligen Kloster/Festung/Gefängnis. Falls man nur deswegen dort hoch geht, kann man sich das sparen, vom Schiff aus hatte man einen Premiumblick in dieser Hinsicht.

Als Souvenirshop habe ich einen Laden der Supermarktkette Rema 1000 auserkoren. Ich kaufe mehr Brunost, Lefsegodt und Tubenkäse, so viel ich tragen kann. Ich meine, ein Grinsen im Gesicht der Kassierin gesehen zu haben. Du må ikke dømme meg, jeg trenger bringe suvenirer til venner mine tilbake i Tyskland.

Souvenirs

Gegenteiltag

Ein Typ fährt mit dem Rad vor den Supermarkt, steigt ab, lehnt das Rad an und geht hinein. Mein Gehirn kann das nicht verarbeiten.

WTF

Alle an Bord

Um 14 Uhr soll es weitergehen nach Bergen, doch durch den starken anlandigen Wind ist es uns nicht möglich abzulegen. Angesichts der vergangenen Tage unken die ersten bereits, dass auch Bergen für uns wohl ins Wasser fallen würde. Gegen 16 Uhr erwischt die Brücke das langersehnte kurze Abflauen des Windes und wir sind frei und werden voraussichtlich pünktlich in Bergen ankommen.

Sind wir noch da?

Geh mir weg

Auf einem Kreuzfahrtschiff wird man mit verschiedenen Grenzen seiner Komfortzone konfrontiert. Da wäre zum einen die offensichtlichste: Wasser. Davon abgeleitet ergibt sich die zweite: die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Ebenfalls eine Folge daraus ist der Überdruss an den anderen Menschen. Dieser Zustand hat sich glücklicherweise erst in den letzten Tagen der Reise bei mir eingestellt.

Als Passagier hat man im Gegensatz zur Crew viel Freizeit. Aber korrektes Freizeiten will gelernt sein. Neben dem physiologisch inaktiven Freizeiten wie lesen, zuhören, schauen und essen bleibt noch das Yang, das physiologisch aktive Freizeiten. Dies ist limitiert auf das Sportstudio und das Herumlaufen auf dem Schiff. Der Mensch ist rundherum ein Gewohnheitstier und so adaptierte ich schnell gewisse Gewohnheiten. Aber nicht nur ich.

The Hunger Game

Ein Grund für den exzessiven Bewegungsdrang ist die bis auf kurze Pausen vorhandene Präsenz von Essen. Man möchte annehmen, dass dies aufgrund dieser Umstände eine periphäre Angelegenheit wäre. Zu meiner Überraschung ist dem nicht so. Ab 7 Uhr gibt es Frühstück, ab 6:45 Uhr sammeln sich Leute vor dem Restaurant. Ab 11:00 Uhr gibt es eine Themenaktion auf dem Pooldeck und das Pooldeck ist voller Menschen, die nach dem Themen-Snack anstehen. Um 12:30 Uhr öffnen die Pforten zum Mittagessen, ab 12:15 Uhr stehen Leute vor dem Restaurant. Gegen 12:20 Uhr leert sich langsam die bis dahin vollbesetzte AIDA Bar, ergänzt durch Durchlaufverkehr in Heck-Richtung. Dasselbe findet noch einmal um 18:00 Uhr statt. Ebbe und Flut. Dazwischen grast der Heuschreckenschwarm noch Kaffee und Kuchen im Calypso ab (siehe Tag 2). Sind das eigentlich immer dieselben Menschen, die ganz offensichtlich mehrmals täglich kurz vor dem Hungertod stehen?

Aus dieser Beobachtung bzw. Erfahrung folgt auch, dass sich das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme absurderweise immens verkleinert, wenn man zum einen einen Sitzplatz bekommen möchte und zum anderen zur Stressvermeidung (wir sind schließlich im Urlaub hier) einem großen Andrang am Buffet entgehen möchte.

AIDA-Feedback

Ich weiß nicht, ob man diesen Konflikt auflösen kann, schließlich kann man die Menschen nicht ändern. Aus persönlicher Sicht und ohne die Erwartungshaltung meiner Mitreisenden zu kennen, würde ich behaupten, dass das Kaffee- und Kuchen-Buffet und die Poolaktionen am Tage überflüssig sind.

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